Was ich an Resilienz so spannend finde

Als ich vor ungefähr vier Jahren dem Begriff Resilienz bewusst begegnete, gefiel mir besonders, dass meine eigenen intuitiven Stehaufmännchen-Qualitäten nicht mehr nur ein persönliches Gefühl waren, nicht etwa Einbildung, sondern eine wissenschaftlich untersuchte Qualität. Nicht nur ein Schnack meiner Großmutter, sondern eine Fähigkeit, die man wachsen lassen kann, wenn man sich ihrer erst einmal bewusst wird.

Nicole Willnow

Nicole Willnow

Wie kam es bloß, dass in anderen Bereichen, z.B. der Kinderpädagogik, Resilienz schon seit etlichen Jahren gelehrt wird (nach Studien, die Emmy Werner schon in 50er Jahren begann), in meinen Berufsnetzwerken aber kaum bekannt war?

Als ich anfing mit anderen über Resilienz zu sprechen, stellt ich fest, dass die meisten den Begriff und was dahinter steckt, bis dahin auch nicht kannten, aber jeder interessiert war, mehr zu erfahren. Also habe ich angefangen, kleine Vorträge darüber zu halten.

Zu sehen, wie in den Gesichtern von Teilnehmern oder Gesprächspartnern Lichter aufgehen, hat mich beim Coaching schon immer besonders motiviert. Ich will, dass niemand länger als nötig in einem persönlichen oder beruflichen Tief verharrt; jeder sollte die Fähigkeit erhalten, sich schneller wieder aufzurappeln. Es gibt inspirierende Menschen, die das vorleben. Einige sind bekannt wie Tina Turner, andere kennt man man persönlich, viele findet man im Internet. Die meisten brauchen eine helfende Hand, um dorthin zu kommen. Am ehesten hilft es aber, wenn man selbst sein Resilienzlevel präventiv entwickelt – dafür haben wir unsere Workshops konzipiert.

Resilienz ist überaus positiv. Nicht so negativ wie Burn-Out, so larifari wie Work-Life-Balance. Resilienz ist keine Persönlichkeitseigenschaft, sondern eher eine Haltung, eine Fähigkeit, die man bis zu einem gewissen Grad erlernen kann.

Und „Resilienz“ ist der Gegenentwurf zu „Scheitern“! – Ich mag dieses Wort nämlich so gar nicht. „Scheitern“ erinnert mich an „Scheiterhaufen“, klingt also extrem endgültig. Anscheinend auch für andere, sonst wäre das Scheitern nicht immer noch so ein Tabuthema in Europa, besonders in Deutschland. Wegen der akustischen Endgültigkeit versuche ich das Wort Scheitern zu vermeiden und spreche lieber von „Misserfolgen“ oder „Misslingen“ oder, wenn ich aktiv nicht dazu beigetragen habe, von „Missgeschick“ oder wer es mag, sagt Schicksal. Und ich gucke lieber, was nach dem Misserfolg kommt – nämlich das Wiederaufstehen, das Wiedererstarken. Jeder kann Fehler machen, aber ist damit nicht gleich gescheitert. Was einem misslingt, kann man meist wiederholen und dann doch noch zum Erfolg führen. So wie ich persönlich mein Abitur, andere ihre Selbständigkeit oder eine Beziehung oder Ehe.

Spannend finde ich auch, dass Resilienz langsam in Unternehmen angekommen ist. So gibt es resiliente Marken und Mitarbeiter, die wiederum zur Resilienz des ganzen Unternehmens beitragen. Denn Krisen kommen heute auch auf Unternehmen immer häufiger zu. Und es wäre äußerst unklug, sich darauf nicht strategisch vorzubereiten, zum Beispiel in dem man die persönliche Resilienz der Mitarbeiter schult, ihr persönliches Resilienzprofil stärkt, ebenso wie das der Firma.

Was mich außer meiner Neugier und meines gesunden Menschenverstandes befähigt, Schulungen zur Resilienz durchzuführen? Schon während meines BWL-Studiums habe ich Personalwesen und Arbeits-, Betriebs-, Organisationspsychologie und Arbeitswissenschaft studiert. Vor dem Start meiner Selbständigkeit als Coach und Consultant vor 12 Jahren, habe ich noch eine Ausbildung zum psychotherapeutischen Heilpraktiker gemacht. Und ich bin seit 12 Jahren immer wieder als Trainerin zu unterschiedlichen Themen unterwegs.

Wichtiger ist mir aber, dass ich Menschen motiviere, ihr Leben zum Besseren zu wenden, Unternehmen, ihre Mitarbeiter zu verstehen und zu fördern oder in Projekten für Entspannung zu sorgen. Und ich gebe gerne Wissen weiter, denn Wissen, das man teilt, verdoppelt sich.

Nicole Willnow

"Je ne regrette rien."

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