Selbstwirksamkeit – Raus aus der Opferrolle!

CC Lizenz by Daniel Neubacher http://kuhlpunkt.de/„Mein Chef nun wieder, der hat doch echt…“, „Aber die da oben haben ja immer…“, „Ich konnte ja nicht, weil…“, „Ich hätte ja gerne,…“, „Meine Eltern haben aber…“ und „Mein Mann hat es ja immer wieder…“

– kennen Sie diese Sätze und fangen Ihre auch häufiger mal so an? Möglicherweise fühlen Sie sich auch oft als Opfer, ohne jemals zu klagen? Damit sind Sie nicht alleine!

Es gibt Phasen in unserem Leben, in denen es heilsam ist, sich selbst als Opfer zu fühlen. Wir lassen den Schmerz des Erfahrenen zu und erfahren Mitgefühl von anderen. Auf diese innere Haltung sollten wir aber beizeiten wieder verzichten, denn sie schwächt uns, nimmt uns die nötige Handlungsbereitschaft und Sicherheit. Erkennen uns andere als Opferpersönlichkeit, erhöht sich die Chance, dass sie uns ebenso behandeln.

Schmerz ist unvermeidlich, Leiden ist freiwillig.“ (M. Kathleen Casey )

Hier sind sechs grundlegende Hinweise für Ihre Entwicklung „raus aus der Opferrolle“!

1) Werden Sie sich über Ihre Opfer-Haltung bewusst …

….und verabschieden Sie sich noch heute von ihr! Denn sie kann und wird Ihnen nicht helfen auf Ihrem Weg. Denken Sie einmal darüber nach, in welchen Situationen Sie sich hilflos und ausgeliefert gefühlt haben, wann wurde Ihnen zuletzt Unrecht angetan? Ja, diese Gedanken können sehr weh tun. Aber sie sind wichtig auf unserem Weg, loszulassen. Die gute Nachricht ist: auf Ihre Zukunft haben Sie Einfluss.

Was ist es, was Ihnen heute noch wehtut – Sind Sie es nicht selber? Denn das, was Sie heute noch schmerzt, sind alleine Ihre eigenen Gedanken. Der Schmerz erfüllte seinen Zweck. Aber was gibt er Ihnen heute noch? 

2) Verzichten Sie auf Ihre eigene Hilflosigkeit und darauf, andere als Täter zu bezeichnen

Wir können nicht wissen, was die Gefühle der Ohnmacht bei Ihnen ausgelöst hat. Aber wir sind sicher, dass es Dinge gibt, die Sie jetzt TUN können. Der erste Schritt ist es, die Rolle abzulegen, die Ihnen eine Zeit lang Schutz geboten hat. Sie haben sich klein gemacht und sich versteckt. Nun aber richten Sie sich auf – und das meinen wir durchaus körperlich.

Stehen Sie auf, strecken Sie sich und atmen Sie tief ein. Sie können schaffen, was Sie sich vornehmen. Sie können so stark sein wie der stärkste Mensch, den Sie kennen. Stellen Sie ihn sich vor: Was würde er oder sie an Ihrer Stelle tun? 

3) Lernen Sie Ihre Gefühle zu beeinflussen 

Menschen können sich alleine durch ihr Denken „neu programmieren“. Sie allein bestimmen Ihr Denken. Aber man muss es üben, dann geht es nach einiger Zeit in eine Gewohnheit über. So wie Sie heute auch nicht mehr aktiv über so komplexe Vorgänge wie Autofahren oder Schwimmen nachdenken müssen.

Finden Sie Ihr eigenes Mantra (einen Satz, ein Wort oder ein Bild), welches Sie ablenkt von negativen Gedanken, welches Sie vielleicht sogar beruhigt. Dabei ist es anfangs nicht wichtig, ob Sie an den Inhalt glauben! Durch das Sprechen fühlen Sie den Inhalt, irgendwann wissen Sie, dass es so sein kann und bald entspricht Ihr Mantra Ihrer eigenen Wirklichkeit.

4) Hinterfragen Sie die Motive und Handlungen anderer Menschen

Zugegeben, oftmals wollen wir die andere Seite gar nicht verstehen und Ablehnung und Rückzug sind durchaus auch Strategien für die „Erste Hilfe“. Wenn wir uns aber gar nicht nicht befreien können aus dem Kreis negativer Gedanken, dann sollten wir unbedingt hinterfragen, was uns an dem anderen so furchtbar aufregt oder warum wir uns an einem Thema so sehr reiben. Denn meist sagt es mehr über uns selbst aus, als über den anderen.

Wenn wir verstehen, dass auch der andere seine Gründe hat und aus eigenen Interessen so und nicht anders handelt, fällt es uns oft leichter, die eigene Position zu erkennen. Auch hier gilt: versteht man seine Rolle, kann man sie verändern.

Geht es hierbei wirklich um mich oder bin ich für den anderen austauschbar? Leidet der andere nicht selbst aufgrund seines Verhaltens? Habe ich die Situation verursacht? Und nun die entscheidende Frage: kann ich sie verändern? Möchte ich zunächst eine Nuance ändern, um meine eigene Selbstwirksamkeit zu trainieren oder habe ich den Mut, gleich neue Parameter zu setzen? 

5) Arbeiten Sie an Ihrem Selbstwertgefühl 

Das ist leicht gesagt, klar. Aber im Grunde wissen Sie, dass hier ein wertvoller Schlüssel zu Ihrem Glück und Ihrer Unabhängigkeit liegt.

Kennen Sie Ihre Stärken? Fragen Sie andere danach. Holen Sie sich gezielt positives Feedback ein. Stärken Sie Ihren Körper und Geist durch alles, was Ihnen gut tut, z.B. regelmäßigen Sport, eine gesunde Ernährung, ein liebevolles Umfeld. Fangen Sie an, positiv über sich zu denken und zu reden. Sagen Sie Ihren Mitmenschen, was Sie sich von Ihnen wünschen und was Sie brauchen.

6) Machen Sie sich bewusst, dass Sie nicht schuld  – und trotzdem verantwortlich sind 

Machen Sie sich frei von dem Gedanken, wer an etwas schuld ist. Der Blick sollte immer nach vorne gerichtet bleiben und zwar auf das Ziel, nicht auf die Gefahren. Genauso wie ein Autofahrer, der innerhalb einer verengten Fahrbahnspur fährt, nicht auf die Planken starren sollte, sondern nach vorn sehen muss, um entspannt weiterfahren zu können. Die Energie folgt immer unseren Gedanken. Konzentrieren wir uns darauf, was machbar, was veränderbar ist! Wir sind es, die bestimmte Menschen und Situationen anziehen, immer wieder, bis wir unsere Lektion im Leben gelernt haben. Akzeptieren wir diese als Lehrer, können wir von der Schuldfrage ablassen und nach dem Sinn suchen.

Hören Sie noch heute auf damit, sich mit der Suche nach Schuldigen und Schuldzuweisungen  zu beschäftigen. Sie führen zu nichts. Zu gar nichts. Es ist egal. Es kostet Sie Kraft und Zeit und Nerven. Diese brauchen Sie für die positiven Themen in Ihrem Leben.

So berechnend es auf den ersten Blick klingen mag: nur Sie können Ihr Leben in die Hand nehmen, es ändern, einen Richtungswechsel vornehmen, missgünstige Menschen aus Ihrem Leben ausschließen und angenehme in Ihr Leben lassen. – Sie sind nicht Schuld. Aber Sie sind verantwortlich!

Blicken Sie stets nach vorn. Erkennen und unterbinden Sie Gedanken, die sich um die Schuldfrage drehen. Erinnern Sie sich an Ihr Mantra und lenken Sie Ihre Gedanken auf das, was Sie jetzt tun können. Denn das ist die Aufgabe, bleiben Sie im Hier und Jetzt. Es gib keine Ausreden mehr, niemand anderes als Sie selbst sind jetzt am Zug. 

Lassen Sie sich nicht irritieren. Wenn Sie zurückfallen und jammern und klagen, dann ärgern Sie sich nicht darüber. Das wird am Anfang immer wieder passieren und sollte Sie nicht bekümmern. Wir alle sind so sehr verstrickt in diese Muster und die Menschen um uns herum fördern dieses destruktive Verhalten gerne. Seien Sie großzügig mit sich und machen Sie einfach weiter. Je mehr Übung Sie in diese Disziplin stecken, desto positiver wird Ihre Wahrnehmung und Ihre Ausstrahlung.

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Wie das im Einzelnen geht, praktische Übungen dazu und den Austausch erhalten Sie in unseren Resilienz-Seminar, Workshop und Training.

silkeschippmann

"Erfolg hat drei Buchstaben: TUN."

Kommentare (2) Schreibe einen Kommentar

  1. Der Artikel ist ingesamt sehr hilfreich, bis auf einen Punkt: sich ein neues Mantra geben: das bitte nicht, damit tauschen Sie nur Teufel gegen Beelzebuch, Sie machen sich unfrei damit. Wichtig ist es doch, die alten Glaubenssätze u.ä. abzuschütteln, und nicht durch neue zu ersetzen.

    Statt neuen Mantras bitte Achtsamkeit pflegen.

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  2. Pingback: Schöner Scheitern – Kann Resilienz helfen? | Gesellschaft für Resilienz

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